Informationsbeitrag – keine Beratung

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis des Themas. Er stellt keine individuelle rechtliche, gesundheitliche oder fachtechnische Beratung dar und ersetzt nicht die Beurteilung durch eine qualifizierte Fachperson oder ein akkreditiertes Prüflabor. Verbindliche Aussagen zu Ihrem konkreten Fall sind nur auf Basis einer fachgerechten Probenahme und Laboranalyse möglich.

Akkreditiertes Labor: Was DIN EN ISO/IEC 17025 und DAkkS bedeuten

Wer eine Materialprobe untersuchen lassen will, liest oft den Satz „akkreditiertes Labor nach DIN EN ISO/IEC 17025“. Was steckt dahinter, wer vergibt eine Akkreditierung, und worauf sollte man beim Vergleich von Angeboten achten? Dieser Beitrag ordnet die Begriffe ein.

Was DIN EN ISO/IEC 17025 ist

DIN EN ISO/IEC 17025 ist die Norm, an der sich Prüflabore messen lassen. Die Ausgabe vom März 2018 trägt den Titel „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“. Schon der Titel zeigt den Kern: Es geht um die Kompetenz eines Labors, bestimmte Prüfungen fachgerecht durchzuführen.

Wer akkreditiert: die DAkkS

In Deutschland ist die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) die nationale Akkreditierungsstelle. Die Akkreditierung wird nach § 1 des Akkreditierungsstellengesetzes als hoheitliche Aufgabe des Bundes durchgeführt. Eine Akkreditierung ist also keine Selbstauskunft eines Labors, sondern wird von dieser Stelle vergeben.

Akkreditiert ist ein Verfahren, nicht ein Name

Ein Punkt geht beim Vergleich oft unter: Eine Akkreditierung gilt nicht pauschal für alles, was ein Labor anbietet. Der Akkreditierungsumfang ist verfahrensabhängig. Ein Labor kann für ein Verfahren akkreditiert sein und ein anderes Verfahren ohne Akkreditierung anbieten.

Für Sie heißt das: Die Frage lautet nicht nur „Ist das Labor akkreditiert?“, sondern „Ist das Verfahren akkreditiert, mit dem meine Probe untersucht wird?“.

Wo eine Akkreditierung ausdrücklich verlangt wird

Manche Regelwerke schreiben akkreditierte Labore vor. Ein Beispiel ist die Deponieverordnung: Für die Zuordnung von Abfällen zu Deponieklassen verlangt sie eine Probenahme nach LAGA PN 98 durch fachkundige Personen und Untersuchungen durch unabhängige, nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierte Untersuchungsstellen. Welche Anforderungen in Ihrem Fall gelten, hängt vom Zweck der Untersuchung ab und lässt sich nicht pauschal sagen.

Verfahren und Normen im Bericht

Neben der Akkreditierung zählt, nach welchem Verfahren gemessen wird. Einige Beispiele:

  • PAK: DIN ISO 18287 beschreibt die Bestimmung der PAK mit Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC-MS) und ist in Anhang 4 der Deponieverordnung als Verfahren für PAK im Feststoff genannt.
  • Asbest: VDI 3866 Blatt 5 legt ein rasterelektronenmikroskopisches Verfahren zum qualitativen Nachweis von Asbest in technischen Produkten fest, deren Asbestmassenanteil mindestens 1 % beträgt.
  • Kationen: Die Metall-Kationen werden mittels ICP-MS nach DIN EN ISO 17294-2 gemessen, Ammonium photometrisch nach DIN 38406-5.

Wie man diese Angaben im Bericht findet und liest, erklärt der Ratgeber Laborbericht verstehen.

So ist es bei Schadstoffalarm.de geregelt

Schadstoffalarm.de ist Bestellportal und Auswertungsplattform und selbst nicht akkreditiert. Die Laboranalytik erfolgt in externen Partnerlaboren, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 von der DAkkS akkreditiert sind; der Akkreditierungsumfang ist verfahrensabhängig.

Ein Beispiel dafür, warum diese Unterscheidung wichtig ist: Die Chlorid-Analyse (Feststoff) bestimmt den Chloridgehalt nach dem Küvettenverfahren von Lange (LCK 311) mit Kaltaufschluss (LCW 908). Dieses Verfahren ist nicht DAkkS-akkreditiert und liefert Orientierungswerte. Die Asbest-Analyse dagegen untersucht feste Baustoffe nach VDI 3866 Blatt 5 mit einer Nachweisgrenze von 1 % und liefert einen qualitativen Befund.

Welche Analyse zu welcher Frage passt, zeigt der Vergleich Welche Analyse brauche ich?.

Was eine Akkreditierung nicht ersetzt

Auch ein akkreditiertes Verfahren beantwortet nur die Frage, die an die Probe gestellt wird:

  • Das Ergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe, nicht auf das gesamte Bauteil oder Gebäude.
  • Sie erhalten ein Laborergebnis mit Einstufung und PDF-Bericht, aber kein Sachverständigengutachten, keine Beratung und keine Sanierungsplanung.

Wie wichtig die Probe selbst ist, zeigt der Ratgeber Materialprobe entnehmen und einschicken. Den Unterschied zu Teststreifen und Schnelltests erklärt Laboranalyse oder Schnelltest.

Häufige Fragen

Was bedeutet DIN EN ISO/IEC 17025? Es ist die Norm „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“, aktuell in der Ausgabe vom März 2018. Labore lassen ihre Kompetenz für bestimmte Prüfungen danach bewerten.

Wer vergibt in Deutschland eine Akkreditierung? Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS). Sie ist die nationale Akkreditierungsstelle und führt die Akkreditierung als hoheitliche Aufgabe des Bundes durch.

Ist jedes Verfahren eines akkreditierten Labors akkreditiert? Nein. Der Akkreditierungsumfang ist verfahrensabhängig. Maßgeblich ist, ob das Verfahren akkreditiert ist, mit dem die Probe untersucht wird.

Ist Schadstoffalarm.de ein akkreditiertes Labor? Nein. Schadstoffalarm.de ist Bestellportal und Auswertungsplattform. Die Analytik erfolgt in externen Partnerlaboren, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 von der DAkkS akkreditiert sind; der Umfang ist verfahrensabhängig.

Ist die Chlorid-Analyse im Feststoff akkreditiert? Nein. Das Küvettenverfahren nach Lange ist nicht DAkkS-akkreditiert und liefert Orientierungswerte.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis des Themas. Er stellt keine individuelle rechtliche, gesundheitliche oder fachtechnische Beratung dar und ersetzt nicht die Beurteilung durch eine qualifizierte Fachperson oder ein akkreditiertes Prüflabor. Verbindliche Aussagen zu Ihrem konkreten Fall sind nur auf Basis einer fachgerechten Probenahme und Laboranalyse möglich.