Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis des Themas. Er stellt keine individuelle rechtliche, gesundheitliche oder fachtechnische Beratung dar und ersetzt nicht die Beurteilung durch eine qualifizierte Fachperson oder ein akkreditiertes Prüflabor. Verbindliche Aussagen zu Ihrem konkreten Fall sind nur auf Basis einer fachgerechten Probenahme und Laboranalyse möglich.
Materialprobe richtig entnehmen und einschicken: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wer ein Baumaterial im Labor untersuchen lassen möchte, steht zuerst vor einer praktischen Frage: Wie kommt eine brauchbare Probe ins Labor? Bei Schadstoffalarm.de entnehmen Sie die Probe selbst mit haushaltsüblichen Mitteln nach Anleitung und schicken sie per Post ein. Einen Vor-Ort-Service oder eine Probenahme durch Sachverständige bietet Schadstoffalarm.de nicht an. Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Material nötig ist, wie Sie die Probe verpacken und beschriften, was das Versand-Kit enthält und warum bei Asbestverdacht andere Regeln gelten.
Der wichtigste Grundsatz: die Probe entscheidet
Das Analyseergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe, nicht auf das gesamte Bauteil oder Gebäude. Ein Befund kann also nur so aussagekräftig sein wie die Probe, die im Labor ankommt. Daraus folgen drei einfache Regeln:
- Gezielt entnehmen. Nehmen Sie das Material aus genau der Schicht, um die es geht, zum Beispiel aus dem dunklen Kleber unter dem Parkett und nicht aus dem Holz darüber.
- Nicht mischen. Liegen mehrere Schichten übereinander, etwa Belag, Kleber und Estrich, gehört jede verdächtige Schicht in eine eigene Probe. Nur so lässt sich ein Befund später einer Schicht zuordnen.
- Dokumentieren. Ein Foto der Entnahmestelle und eine kurze Notiz zu Raum, Bauteil und Material helfen, das Ergebnis später richtig einzuordnen.
Wie viel Material braucht das Labor?
Für die Analyse werden etwa 2 bis 3 Esslöffel (rund 20 g) des Materials benötigt, verpackt in einem dichten, verschließbaren Beutel. Mehr Aufwand ist in der Regel nicht nötig. Bei der Chlorid-Analyse (Eluat) stellt das Labor das Eluat selbst aus der eingesandten Feststoffprobe her; diese Eluatherstellung ist im Preis enthalten.
Schritt für Schritt
- Stelle festlegen und fotografieren. Wählen Sie den Bereich, der untersucht werden soll, und halten Sie ihn im Bild fest.
- Werkzeug bereitlegen. Haushaltsübliche Mittel reichen, etwa ein Spachtel oder ein Schraubendreher. Verwenden Sie für jede Probe sauberes Werkzeug, damit kein Material von einer Probe in die nächste gelangt.
- Material lösen. Lösen Sie ein kleines Stück aus der verdächtigen Schicht, ohne unnötig Staub zu erzeugen.
- Sofort verpacken. Jede Probe kommt in einen eigenen dichten, verschließbaren Beutel.
- Beschriften. Notieren Sie auf dem Beutel, woher die Probe stammt, zum Beispiel „Wohnzimmer, Parkettkleber“.
- Einschicken. Senden Sie die Probe an die Einsendeadresse, mit oder ohne Versand-Kit.
Mit oder ohne Versand-Kit?
Das Versand-Kit ist optional. Ohne Kit verpacken Sie die Probe selbst und senden sie an die Einsendeadresse.
Das Kit enthält eine gepolsterte Versandtasche mit frankiertem Rücksendeetikett, Verpackungsmaterial für die Proben und eine Anleitung. Werkzeug zur Probenentnahme liegt nicht bei. Einweghandschuhe und eine Einweg-Atemschutzmaske liegen nur je nach Analyse bei; bei den Chlorid- und Kationen-Analysen enthält das Kit ausschließlich Versand- und Verpackungsmaterial.
Für die Asbest-Analyse wird kein Versand-Kit angeboten, weil bei Asbestverdacht andere Sorgfaltsanforderungen an die Entnahme gelten.
Sonderfall Asbest
Bei Asbestverdacht ist die Entnahme der heikle Schritt. Für die Asbest-Analyse eignen sich kompakte Materialstücke. Laut Produktbeschreibung wird bei der Entnahme Staub vermieden, das Material angefeuchtet, nicht gebrochen oder geschliffen und doppelt und dicht verpackt.
Rechtlich gilt: Nach § 11 der Gefahrstoffverordnung sind Tätigkeiten an asbesthaltigen Materialien in oder an baulichen oder technischen Anlagen verboten; ausgenommen sind unter anderem Tätigkeiten zu Analyse-, Mess- und Prüfzwecken. Diese Regeln gelten auch für private Haushalte. Führen sie zulässige Tätigkeiten aus, sind sie verpflichtet, die Entstehung, Freisetzung und Ausbreitung von Asbestfasern und potenziell asbestfaserhaltigem Staub so weit wie möglich zu verhindern und im Übrigen zu minimieren.
Wer unsicher ist, ob sich eine Probe ohne Staub entnehmen lässt, überlässt die Entnahme einer Fachfirma. Mehr zum Thema im Ratgeber Gebundener Asbest und im Ratgeber Asbest im Gebäude.
Welche Analyse für welche Probe?
- PAK-Analyse: bestimmt die 16 polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe der EPA-Liste und weist die Einzelwerte aller 16 Verbindungen sowie den Summenwert aus. Typischer Anlass sind dunkle Kleber, Dachpappe oder Korkdämmung, siehe Schwarzer Kleber: Bitumen oder Teer?.
- Asbest-Analyse: untersucht feste Baustoffe nach VDI 3866 Blatt 5 mit einer Nachweisgrenze von 1 % und liefert einen qualitativen Befund: Asbest nachweisbar oder im Rahmen der Nachweisgrenze nicht nachweisbar.
- Kationen-Analyse: bestimmt Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Ammonium; die Metall-Kationen werden mittels ICP-MS nach DIN EN ISO 17294-2 gemessen, Ammonium photometrisch nach DIN 38406-5.
- Chlorid-Analyse (Eluat) und Chlorid-Analyse (Feststoff): Die Feststoff-Variante bestimmt den Chloridgehalt nach dem Küvettenverfahren von Lange (LCK 311) mit Kaltaufschluss (LCW 908); dieses Verfahren ist nicht DAkkS-akkreditiert und liefert Orientierungswerte. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Chlorid: Eluat oder Feststoff?.
Schadstoffalarm.de ist Bestellportal und Auswertungsplattform und selbst nicht akkreditiert. Die Laboranalytik erfolgt in externen Partnerlaboren, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 von der DAkkS akkreditiert sind; der Akkreditierungsumfang ist verfahrensabhängig.
Nach dem Einschicken
Je nach Analyse liegt das Ergebnis in der Regel 7 bis 14 Arbeitstage nach Eingang der Probe im Labor vor; die genaue Laufzeit steht am jeweiligen Produkt. Laufzeiten zählen ab dem Eingang der Probe und nicht ab dem Bestelltag. Mehr dazu im Ratgeber Wie lange dauert eine Schadstoffanalyse?.
Das Ergebnis steht digital im Kundenportal bereit, mit Ampel-Bewertung je Probe und PDF-Bericht zum Download. Sie erhalten das Laborergebnis Ihrer Probe mit Einstufung, aber kein Sachverständigengutachten, keine Beratung und keine Sanierungsplanung. Wie Sie den Bericht lesen, erklärt der Ratgeber Laborbericht verstehen. Eingesandte Proben werden nach Abschluss der Analyse fachgerecht entsorgt; eine Rücksendung erfolgt nicht.
Häufige Fragen
Wie viel Material muss ich einschicken? Etwa 2 bis 3 Esslöffel, also rund 20 g des Materials, verpackt in einem dichten, verschließbaren Beutel.
Muss ich die Probe selbst entnehmen? Ja. Die Probe entnehmen Kundinnen und Kunden selbst mit haushaltsüblichen Mitteln nach Anleitung. Schadstoffalarm.de bietet keinen Vor-Ort-Service und keine Probenahme durch Sachverständige an.
Brauche ich das Versand-Kit? Nein, das Kit ist optional. Ohne Kit verpacken Sie die Probe selbst und senden sie an die Einsendeadresse. Für die Asbest-Analyse wird kein Kit angeboten.
Ist im Versand-Kit Werkzeug enthalten? Nein. Das Kit enthält eine gepolsterte Versandtasche mit frankiertem Rücksendeetikett, Verpackungsmaterial und eine Anleitung, aber kein Werkzeug zur Probenentnahme.
Darf ich eine Asbestprobe selbst nehmen? Tätigkeiten zu Analyse-, Mess- und Prüfzwecken sind nach § 11 der Gefahrstoffverordnung von dem Verbot ausgenommen. Auch private Haushalte müssen dabei die Freisetzung von Asbestfasern so weit wie möglich verhindern. Wer unsicher ist, überlässt die Entnahme einer Fachfirma.
Bekomme ich meine Probe zurück? Nein. Eingesandte Proben werden nach Abschluss der Analyse fachgerecht entsorgt.
Gilt das Ergebnis für das ganze Haus? Nein. Das Ergebnis bezieht sich ausschließlich auf die eingesandte Probe, nicht auf das gesamte Bauteil oder Gebäude.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und dem besseren Verständnis des Themas. Er stellt keine individuelle rechtliche, gesundheitliche oder fachtechnische Beratung dar und ersetzt nicht die Beurteilung durch eine qualifizierte Fachperson oder ein akkreditiertes Prüflabor. Verbindliche Aussagen zu Ihrem konkreten Fall sind nur auf Basis einer fachgerechten Probenahme und Laboranalyse möglich.